Eine Spritze voll Geld gefälligst? Eine Analogie zwischen Drogen und Geld

black and white close up of gloved hand holding syringe

Was haben Drogen und Geld gemeinsam? – schreib gleich mal deine Gedanken dazu in die Kommentare. 

Der freie Markt als Drogenhotspot

Der freie Markt wirkt aktuell wie ein Problemviertel, Bahnhof oder ein Stadtpark bei Nacht. An den Umschlagorten werden Drogen unterschiedlichster Art gehandelt. So kauft man im Park sein Gras, im Problemviertel sein Koks und am Bahnhof etwas Meth. Jede Droge hat seine eigene Wirkung und Nebenwirkung, was zu verschiedenen Ausprägungen von Sucht führt. Je nachdem, was man fühlen will, beschafft man sich die passende Droge dazu. Es sind vor allem die Emotionen die Drogen in einem auslösen und die man ohne die Droge nicht bekommen würde, was den Reiz ausmacht. Anzumerken ist auch, dass nicht jede Droge sofort süchtig macht: Die Dosis macht das Gift – Wie wir wissen!

Die Umschlagsorte für die Droge Geld sind Club-Deals, exklusive Events oder komplexe Unternehmensstrukturen. 

Leider hat uns beim Geld niemand vor den Auswirkungen einer solchen Sucht gewarnt. Kann ich auch verstehen, ist am ersten Blick auch schwer zu erkennen.

Bei Fragen zu Wirkung und Nebenwirkungen – Fragen Sie ihren Rechtsanwalt oder Wirtschaftsexperten

So verschieden die Wirkungen von Drogen sind, sind auch die Nebenwirkungen. Meist sind die zerstörerischen Folgen von harten Drogen unmissverständlich und sofort zu erkennen. 

Zerstochene Arme, Abszesse, ausgefallene, verfaulte Zähne und grundsätzlich ein heruntergekommenes Gesamtbild, prägen unser Bild eines Suchtkranken. Abgesehen vom körperlichen Zerfall, kommen eine Menge an psychischer Schäden dazu. Unter anderem können Psychosen, Depressionen oder Wesensveränderungen bei übermäßigem Konsum einhergehen. Auch schädigen Drogen, beziehungsweise die Herstellung und der Transport, die Umwelt sowie die Menschen, die unter den Bedingungen leiden. 

Bei Geld sieht die Sucht ein wenig anders aus. Die Wirkung von Geld ist Macht und Einfluss und diese Wirkung löst Emotionen von Sicherheit, Freiheit, Gier, Euphorie oder einfach ein Gefühl der Überlegenheit aus. Statt eines körperlichen Zerfalls, zerfällt die Psyche. Das Überschätzen der eigenen Fähigkeiten, Rücksichtslosigkeit und Egoismus sind mögliche Nebenwirkungen. 

Geldjunkies treten meist gut situiert auf, sind gebildet und wissen sich und ihren Konsum sehr gut zu verkaufen. Die Negativfolgen der Geldsucht sind im Gegensatz zur Drogensucht weniger offensichtlich, aber nicht weniger zerstörerisch. Menschen, die dem ständigen Streben nach mehr Geld und Einfluss verfallen, verändern oft schleichend ihr Wesen. Sie rechtfertigen ihren Konsum, verharmlosen problematische Entscheidungen und entwickeln eine immer größer werdende Toleranz gegenüber moralisch fragwürdigen Handlungen. Typisch ist, dass sie beginnen, ihren Konsum zu verschleiern oder zu relativieren. Ähnlich wie bei anderen Süchten verschieben sich die Prioritäten: Was früher als wichtig galt – etwa das Gemeinwohl, Integrität oder soziale Verantwortung, tritt zunehmend in den Hintergrund. Stattdessen rücken persönliche Vorteile, Status und materielle Gewinne in den Vordergrund. Dieses Muster lässt sich nicht nur bei Superreichen beobachten, sondern auch bei bekannten Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. 

Straches Drogentrip 

Da hätten wir zum Beispiel Heinz Christian Strache und die Spesenaffäre. Die Vorwürfe reichen von Veruntreuung Fremder Gelder, indem er sich Luxusurlaube, Supermarkteinkäufe oder teure Wohnungen gekauft hat. Weiters soll er Mitarbeiter veranlasst haben falsche Belege zu erstellen und einzureichen (vgl. Spiegel 2023). Der Tiefpunkt seiner Sucht ist heute auf Youtube dokumentiert.

„Es ging um Geldspenden an Parteien unter Umgehung des Rechnungshofs, politischen Einfluss in der „Kronen Zeitung“ und um Staatsaufträge gegen finanzielle Spenden“ (News ORF 2020).

Spulen wir zurück in das Jahr 2013. Strache ist Spitzenkandidat und tritt mit Slogans wie: „Liebe deine Nächsten – für mich sind das unsere Österreicher“ oder „Asylbetrüger haben zu gehen“ in den Wahlkampf (Freiheitliches Bildungsinstitut 2026). In seinem Wahlkampfauftakt der Nächstenliebe-Tour 2013, labert er was davon, dass Rot, schwarze Politiker hinter den Ungerechtigkeiten stecken, man ihnen die Stimme geben soll, damit sie einen Schutzmechanismus bereitstellen und das unter seiner Verantwortung die Macht an den Bürger zurückgeben wird. Es geht ihm nicht darum, als Partei Macht zu haben – Sag er auf ernst (Youtube 2013). Naja, seine Meinung kann man im Zweifel auch ändern ne. 

Konsumräume der Superreichen

Der Geldjunkie geht nicht in den Park oder zum Bahnhof, um sich den Schuss zu besorgen. Sie sind untereinander gut vernetzt und organisieren sich über Netzwerke in Privatstiftungen, Lobbygruppen oder auf Events. 

Der Konsum findet teils in der Öffentlichkeit und teils hinter verschlossenen Türen statt. Öffentliche Orte für den Konsum sind etwa der jährliche Wiener Opernball, das Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel oder die Salzburger Festspiele. Hinter verschlossenen Türen trifft man sich in privaten Wirtschaftsclubs, Weinkellern oder im Haus am See. Dort tummeln sich die Süchtigen wie die Ratten in den Mülltonnen. Events solcher Art sind nicht nur gesellschaftliche Highlights, sie sind ähnlich wie Club-Events oder Festivals. Dealer als auch Konsumenten finden dort Platz, um mögliche Geschäfte zu tätigen. Dabei fungieren öffentliche Veranstaltungen als Schauplätze, um den Konsum von Geld zu zelebrieren und um sich und seinen Reichtum zu legitimieren. 

Legitimiert wird Reichtum vor allem mittels Spenden. Auch der Opernball brüstet sich mit ganzen 35 Euro, die pro Karte gespendet werden – BTW die Preise reichen von 435 Euro bis zu 27.000 Euro (vgl. Opernball 2026).  

Der Reichtum wird zur Schau gestellt und als Kulturhighlight inszeniert. Nebenbei werden Netzwerke geknüpft und Allianzen geschmiedet, die den Konsum sichern sollen. 

Auf oder Abstieg! – Das ist hier die Frage

Wer in die Suchtspirale fällt kommt da nur sehr schwer wieder hinaus. Aber ist auch klar, im Laufe der Sucht baut man sich sein Netzwerk aus Gleichgesinnten auf. Der Ausstieg aus der Sucht, bedeutet meist sein altes Umfeld zurückzulassen und neu anzufangen. Ist man von harten Drogen abhängig und schafft den Schritt in die Abstinenz, steigt oftmals auch die Lebensqualität. Weg von der Gosse in eine kleine Wohnung, eine Arbeit und neue Freunde finden. Für Drogensüchtige geht dies meist mit einem gesellschaftlichen Aufstieg einher. Der Geldjunkie jedoch muss bei Abstinenz mit einem, zumindest gefühlten, gesellschaftlichen Abstieg rechnen – Und wer möchte schon absteigen!  

Auf der einen Seite steht das High, verbunden mit Einfluss, Macht und Komfort. Auf der anderen Seite der vermeidliche Abstieg. Dazu kommen die Negativfolgen der Abhängigkeit. Da hätten wir die Toleranzbildung, Geldbeträge verlieren ihre Bedeutung, je hoher die Verfügbarkeit. Damit einhergehend ist der Kontrollverlust, der Drang nach immer mehr setzt ein. Der Konsum geht über in eine Absurdität bei der nach mehr Luxus, mehr Einfluss und exklusiver Zugehörigkeit gestrebt wird. Auch, werden jegliche Folgeschäden ausgeblendet. Seien es die umweltschädigenden Verhaltensweißen, menschenverachtendes Verhalten und wenn es sein muss die Spaltung der Gesellschaft. (vgl. Österreichische GV 2026).

Die Sucht bestimmt dann maßgeblich das Leben und die Prioritäten der Süchtigen. Explizit die Sucht nach Geld ist deshalb so gefährlich, weil sie nicht nur das Individuum, sondern auch die gesellschaftliche Struktur schleichend verändert. 

Fazit

Die Sucht lauert an jeder Ecke. 

Wir benennen die Drogensucht, die Spielsucht, die Sexsucht, die Fettsucht, die Magersucht, die Kaufsucht usw… Bei all diesen verschiedenen Ausprägungen erkennen wir die Negativfolgen an und versuchen Betroffenen zu helfen. 

Zudem kommt, dass sich Geldjunkies nicht nur sich selbst schädigen. Zum größeren Anteil schädigen sie unseren Lebensraum und uns als Gesellschaft vor allem unsere Demokratie.  Beginnt sich die Suchtspirale zu drehen, scheint der Weg hinaus für viele unmöglich. Blicken wir auf das Thema Geld aus dem Blickwinkel der Sucht, wirken die Verhaltensweisen der Superreichen weniger absurd. Die sind krank und brauchen dringend Hilfe. Somit fordere ich die WHO mit diesem Text auf, übermäßiges Verlangen nach Geld als Abhängigkeitserkrankung anzuerkennen.  

Die Einstufung geschieht über sechs Kriterien, wobei drei auf Betroffene zutreffen müssen, damit von einer Abhängigkeitserkrankung gesprochen werden kann: 

  • Starker Wunsch nach einer psychoaktiven Substanz
  • Kontrollverlust über die Menge und das Ende des Konsums 
  • Fortführung des Konsums trotz eindeutig eintretender körperlicher, psychischer und sozialer Folgeschäden 
  • Vernachlässigung anderer Vergnügungen und Interessen zugunsten des Konsums der psychoaktiven Substanz 
  • Gewöhnung an diese Substanz und Dosiererhöhung (Toleranzbildung) 
  • Körperliche und/oder psychische Entzugserscheinungen bei Beendigung oder Reduktion der Einnahme der psychoaktiven Substanz (nicht bei allen Substanzen) (vgl. Österreichische GV 2026) 

Abschließend würde mich brennend interessieren was du über dieses Thema zu sagen hast. Kannst du die Kriterien erkennen oder hältst du das für zu weit hergeholt?

Quellen: Stand: 04.08.2026

Freiheitliches Bildungsinstitut (2026)

https://www.fbi-politikschule.at/blauesoesterreich/wahlen/nationalratswahlen/2013

Youtube 2013

https://www.youtube.com/watch?v=7KACE10m4Tc

News ORF (2020)

https://orf.at/stories/3165393

Opernball (2026)

https://www.opernball.at/karten/#c31516-855

Spiegel (2023)

https://www.spiegel.de/ausland/ibiza-skandal-in-oesterreich-der-mann-der-fpoe-chef-strache-zu-fall-brachte-a-b401b66d-e498-4fbb-8cbe-d33096ac1b6a

Österreichische GV (2026) 

https://www.oesterreich.gv.at/de/themen/hilfe_und_finanzielle_unterstuetzung_erhalten/2/sucht/1/Seite.1520120

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